Kulturelles und kulinarisches Erbe der Ungarndeutschen in Fünfkirchen präsentiert
Kulturelles und kulinarisches Erbe der Ungarndeutschen in Fünfkirchen präsentiert
Dez 1, 2019

Fünfkirchen ist seit Jahrhunderten ein wichtiges Zentrum des Ungarndeutschtums. Im Kreis der hier lebenden Ungarndeutschen hat sich in den vergangenen Jahrhunderten eine Vielfalt an kulinarischen und kulturellen Werten angesammelt, die für die heutige Gesellschaft nahezu unbekannt sind. Die Deutsche Selbstverwaltung Fünfkirchen hat daher 2019 ein neues Projekt gestartet. Ihr Ziel war, eine Programmreihe zu verwirklichen, die nicht nur für die hier lebenden Ungarndeutschen, sondern auch für die Mehrheitsgesellschaft eine außergewöhnliche Begegnungs- und Kennenlernmöglichkeit der ungarndeutschen Kultur und Kulinarik ermöglicht. Kulinarische Genüsse aus der Zeit unserer Ahnen wird mit modernem deutschsprachigem Theaterspiel zu einem einmaligen Erlebnis für die Zuschauer. Die ersten drei Abende im Fünfkirchner Lokal „Trafik“ waren weit mehr als ein Erfolg.

 

Deutschsprachige Kultur&Kulinarik 1.0 am 23. April 2019

Die Etablierung einer regelmäßigen deutschen Veranstaltungsreihe, einer Art Deutschklub – dies war das Ziel, als die DSF ihre Serie „Deutschsprachige Kultur&Kulinarik“ startete. Im Rahmen der Veranstaltungen präsentiert die Deutsche Selbstverwaltung Fünfkirchen jeweils eine 60-70-minütige Bühnenvorstellung, und anschließend die Darbietung regionaler Spezialitäten in authentischer Form. Bei der ersten Vorstellung wurde ein Kammerstück unter der Mitwirkung der Künstler Ildikó Frank, Andreas Kosek, Zoltán Ágoston und Tamás Rozs gezeigt. Das Bühnenstück weckte auch in den Reihen der Zuschauer viele Erinnerungen an eigene Erlebnisse ihrer Familien und regte zum Meinungsaustausch an. Im Anschluss konnte man Hefeknödel, eine typisch ungarndeutsche Spezialität, sowie den österreichischen Kaiserschmarrn verkosten.

Deutschsprachige Kultur&Kulinarik 2.0 am 11. Juni 2019

“Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt“ – die zweite Veranstaltung war eine Zeitreise in die 30er Jahre des 20. Jahrhunderts: ein musikalischer Abend mit und über Marlene Dietrich. Auf der Bühne von Trafik inszenierten ldikó Frank und Dániel Bagi eine Zusammenstellung über Marlenes Leben, während in der Küche Dietrichs Lieblingsspeisen vorbereitet, und dann vom Publikum verkostet wurden.

Während Marlene Dietrich auf der Leinwand Glamour, Luxus und Eleganz verkörperte, war sie privat ganz bodenständig – und sie kochte für ihr Leben gern und gut. Der deutsche Autor Georg A. Weth fasste Marlenes Rezepte in dem Buch „Ick will wat Feinet“ zusammen. Über die zwei Gänge des Abends schrieb er folgendes:

„Pot-au-feu“: Marlenes Lieblingsessen

Eine Nacht lang hat Marlene Dietrich experimentiert – und dann war ihr legendärer Pot-au-feu geboren. Den bekam jeder, den sie liebte. Vor allem Jean Gabin wurde damit stark gemacht.

Crêpes mit Früchten für die „süße“ Marlene

Im Laufe ihres langen Lebens hat Marlene Dietrich viele Kreuzfahrten gemacht. Auf dem Luxus-Dampfer „Normandie“ fühlte sie sich besonders wohl und schätzte dort auch die Nachspeisen, die sie zu Hause nachkochte.

Deutschsprachige Kultur&Kulinarik 3.0 am 5. November 2019

Zum dritten Mal lud die Selbstverwaltung in ein Wiener Café-Haus im Jahre 1918 ein. Schauspielerin Frank und Klavierkünstler Bagi inszenierten das Kammerspiel „Café Klimt“. Serviert wurden Wiener Fiakergulasch und Flódni, und auch diesmal kamen Mitglieder der ungarndeutschen Gemeinschaft in Fünfkirchen in inspirierende Gespräche mit einander.

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